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Frischer Wind für unsere Lernenden

 

Unsere Mitarbeitenden Mauro Sferra (Dipl. Techniker Hochbau HF, Mitglied der Geschäftsleitung) und Anik Arman (Zeichnerin EFZ Architektur) haben kürzlich den Berufsbildnerkurs abgeschlossen und kümmern sich nun um unsere Lernenden. 

Im Interview erzählen beide, was sie dazu bewogen hat, diesen Kurs zu besuchen und welche Voraussetzungen es für die Lehre zum Zeichner EFZ Architektur braucht.

 

Ihr habt soeben den Berufsbildnerkurs abgeschlossen. Was hat euch persönlich dazu bewogen, diesen Kurs zu besuchen?

Mauro: Ich finde es wichtig, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben und junge Talente auf ihrem Weg zu begleiten. Ausserdem sehe ich es als eine spannende Herausforderung, Lernende auszubilden und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Anik: Da ich meine Ausbildung zum Zeichner EFZ Architektur gerade im Sommer 2024 erfolgreich abgeschlossen habe, ist der Berufsbildnerkurs meine erste Weiterbildung nach der Lehre. Durch die frisch erworbenen Kenntnisse und meine eigenen Erfahrungen kenne ich die Abläufe und Anforderungen der Ausbildung aus erster Hand. So kann ich mein Wissen gezielt und praxisnah weitergeben. Besonders mit den kürzlich erlernten Inhalten und den Erinnerungen an meine eigenen Schulaufgaben bin ich in der Lage, den Lernenden konkrete Tipps zu geben und sie direkt bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

 

Ihr dürft nun offiziell Lernende ausbilden. Was war für euch das Wichtigste, das ihr in diesem Kurs gelernt habt?

Mauro: Für mich war es besonders wertvoll zu lernen, wie man Lernende individuell fördert und begleitet. Neben den fachlichen Inhalten ging es auch viel um Kommunikation, Motivation und den Umgang mit Herausforderungen. Auch die rechtlichen Grundlagen und die Ausbildungsplanung waren sehr wichtig. Besonders spannend fand ich den Austausch mit anderen angehenden Berufsbildnern aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Anik: Der Kurs hat mir nicht nur wertvolle pädagogische und didaktische Werkzeuge vermittelt, sondern auch dazu beigetragen, ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen der Lernenden zu entwickeln. Zudem empfinde ich es als wichtig, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben und meine Rolle als Berufsbildnerin verantwortungsvoll und mit hoher Qualität auszufüllen.

 

Früher hiess dieser Kurs "Lehrmeister-Kurs". Warum wurde diese Bezeichnung geändert?

Anik: Die Bezeichnung wurde durch „Berufsbildner-Kurs“ ersetzt, um eine modernere und inklusivere Terminologie zu verwenden, die die Vielseitigkeit und die unterschiedlichen Rollen von Ausbildenden in der beruflichen Ausbildung besser widerspiegelt. „Lehrmeister“ war ursprünglich ein eher traditioneller Begriff, der häufig mit einer autoritären und hierarchischen Vorstellung von Bildung verbunden war. Heute wird jedoch mehr Wert auf eine partnerschaftliche, unterstützende und begleitende Rolle bei der Ausbildung von Lernenden gelegt. Der Begriff „Berufsbildner“ reflektiert diese veränderte Haltung, da er betont, dass es bei der Ausbildung nicht nur um das Weitergeben von Wissen geht, sondern auch um die Förderung von Kompetenzen, die Entwicklung von Selbstständigkeit und das Coaching der Auszubildenden. Diese Umbenennung spiegelt auch die breitere Vielfalt an Berufen wider, in denen Ausbildende tätig sind, und hebt hervor, dass die Rolle der Ausbildung nicht auf eine einzelne Person oder Berufsgruppe beschränkt ist, sondern in vielen Bereichen von unterschiedlichen Fachkräften wahrgenommen wird. Ebenso ist der Begriff „Lehrling“ oder „Stift“ veraltet – heute spricht man von „Lernenden“.

 

Welche Voraussetzungen müssen Lernende mitbringen, wenn sie bei euch im Architekturbüro eine Ausbildung machen möchten?

Anik: Eine grundlegende Leidenschaft und Interesse für Architektur, Kunst und Design sind entscheidend, um die Aufgaben und Herausforderungen des Berufs zu meistern. Wer kreative Ideen hat und sich für bauliche Gestaltung interessiert, ist hier gut aufgehoben.
Architektur erfordert auch ein gewisses technisches Verständnis, insbesondere in Bereichen wie Baukonstruktion, Statik und Materialkunde. Ein gutes Verständnis für Mathematik und Geometrie ist daher von Vorteil. Diese Voraussetzungen helfen den Lernenden, sich in der praxisorientierten Ausbildung zurechtzufinden und von den Erfahrungen im Architekturbüro zu profitieren. Wer motiviert und engagiert ist, hat in der Architektur einen spannenden und vielfältigen Berufsweg vor sich!

 

Welche Ausbildungen werden bei euch im Büro angeboten und wie lange geht die Lehre jeweils? 

Anik und Mauro: In unserem Architekturbüro bieten wir eine 4-jährige Berufsausbildung zum Zeichner EFZ Architektur an. Momentan bilden wir zwei Lernende aus und nehmen alle zwei Jahre einen neuen Lernenden auf. Während der Ausbildung werden umfassende praktische Erfahrungen gesammelt und die Lernenden können sich in verschiedenen Bereichen der Architektur weiterentwickeln.

 

03.04.2025